Salzgitter
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Gedankenaustausch mit Fadi Saad

Präventionsinhalte erörtert

In Berlin sei das Problem mit KO-Tropfen und der missbräuchlichen Verwendung von schmerzlindernden Arzneimitteln nach wie vor tagesaktuell, so Buchautor und Polizeibeamter Fadi Saad aus Berlin: „Und wie sieht es damit in Salzgitter aus?“ Das war eine der Fragen, die Saad bei einem spontanen informellen Treffen mit Schulsozialarbeiterinnen, der Geschäftsführerin des Präventionsrats Frau Petra Siems, den Außenstellenleitern des WEISSEN RINGS aus Salzgitter Nicolas Knuth und aus Goslar Günter Koschig im „Café del Lago“ am Salzgitter-See aufgriff.

Foto WEISSER RING Salzgitter: Beim Gedankenaustausch (v.l.n.r.) Fadi Saad, Markus Müller, Petra Siems, Buket Özcan-Kuskaya, Derya Güney, Christina Wölk, Tuba Bilgen, Büsra Köse, Günter Koschig und Nicolas Knuth.

Der beliebte Polizist aus der Bundeshauptstadt ist mittlerweile seit vielen Jahren regelmäßig an Schulen in Salzgitter und Goslar mit interaktiven Autorenlesungen aus seinen Büchern zu Gast. In Salzgitter ist daraus eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen der Außenstelle des WEISSEN RINGS, dem Präventionsrat und einigen Schulsozialarbeiterinnen entstanden. Und so wolle man die Relevanz des Themas KO-Tropfen eruieren und dann ggf. in Saads Veranstaltungen mit aufnehmen.

WR-Außenstellenleiter Nicolas Knuth brachte zu dem Treffen bereits „Spikeys – KO-Tropfen-Getränkeschützer“ des WEISSEN RINGS zur Ansicht mit. Diese Spikey-Flaschenverschlüsse werden in den Flaschenhals gedrückt und mit einem Trinkhalm versehen. So könne beispielsweise beim Diskotheken-Besuch niemand mehr unbemerkt KO-Tropfen ins Getränk mischen. „Der WEISSE RING hat u.a. auch Flyer und Bierdeckel zu diesem Präventions-Thema im Angebot, auf denen Gefahren- und Verhaltenshinweise gegeben werden“, so Knuth weiter. Günter Koschig, auch Mitglied im Fachbeirat Kriminalprävention des WEISSEN RINGS in Mainz, berichtete über unterschiedliche Erfahrungen zu diesem Thema in anderen WR-Außenstellen und wies darauf hin, die Polizei bei möglichen Präventionsaktivitäten früh mit einzubeziehen.

Archivfoto Markus Müller: Fadi Saad bei einer seiner interaktiven Autoren-lesungen in Salzgitter.

Zur Person Fadi Saad: Er wurde 1979 in Berlin als das älteste von sieben Kindern geboren. Seine Eltern sind arabische Palästinenser. Verheiratet ist er mit einer deutschen Berlinerin und hat mit ihr drei Kinder.

Schon sehr früh erlebte er in seinem Kiez, wie schnell man als Kind oder Jugendlicher in eine Jugendbande geraten kann und, dass dies Abhängigkeiten schafft und oft Folgen hat. Er holte seinen erweiterten Hauptschulabschluss nach, machte eine Ausbildung als Bürokaufmann und begann 2002 seine Arbeit beim Arabischen Kulturinstitut im Neuköllner Kiez. Nach den Ausschreitungen 2005 in Vororten von Paris, durfte er Bundeskanzlerin Merkel zum Deutsch-Französischen-Ministertreffen begleiten. Ab 2006 begann er seine Arbeit im Auftrag der Senatsverwaltung als Quartiersmanager in Neukölln, Reinickendorf und Moabit. Letztendlich hat er seinen Traumberuf ergreifen können: Er ist Polizeibeamter in Berlin und dort in einer verdeckt ermittelnden Einheit am Alexander Platz tätig.

Fadi Saad liest in Schulen aus seinem Buch „Der große Bruder von Neukölln“ vor und kommt dabei mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch über kulturelle Vorurteile, Gleichberechtigung von Frau und Mann, falsch verstandene Ehrbegriffe und zeigt authentisch auf, dass man auch aus armen Verhältnissen in gefährdender Umgebung seinen Platz in der Gesellschaft finden kann. Weiter ist er Co-Autor des Buches „Kampfzone Straße“. Nähere Informationen unter https://fadisaad.de